Mandatsende für fünf Innovation Booster
Fünf von Innosuisse unterstützte thematische Innovation Booster gehen zu Ende. Die Initiativen, die vier Jahre lang in so wichtigen Bereichen wie zirkuläres Bauen, soziale Dienstleistungen, digitale Gesundheit, nachhaltige Materialien und Robotik wirkten, haben eine Vielzahl von Akteuren zusammengebracht, um für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

Folgende Innovation Booster waren von 2021 bis 2025 tätig:
- Circular Building Industry
- Co-Designing Human Services
- Digital Health Nation
- Plastics for Zero Emission
- Robotics
Handfeste Ergebnisse für die Schweizer Innovation
Im Rahmen der fünf Innovation Booster fanden 80 % der Teilnehmenden neue Partner, um ihre Herausforderungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu erforschen. Dank mehr als 70 angeleiteten Workshops konnten die Teams ihr Verständnis für ihre jeweilige Herausforderung vertiefen und ebneten so den Weg für die Entwicklung neuer Lösungen. Darüber hinaus konnten 70 % der Teams Nutzerinnen und Nutzer in die jeweiligen Testphasen mit einbeziehen, um von ihnen Rückmeldungen zu erhalten und so die Konzepte schnell an die tatsächlichen Bedürfnisse in der Praxis anzupassen. Aus dieser Dynamik sind mehr als 500 Innovationsprojekte entstanden.
Mit Unterstützung des Innovation Booster Circular Building Industry konnte das Schweizer Start-up Sol-Hair in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft und Ingenieurwissenschaften des Kantons Waadt (HEIG-VD) und der EMPA Dämmplatten aus recycelten Haarabfällen entwickeln – eine Innovation, die den CO2-Fussabdruck der Baubranche verringern soll.
Dabei profitierte das Team bei der Umsetzung seiner Idee erheblich vom Netzwerk des Boosters: «Der Innovation Booster stellte den Kontakt zu wichtigen Akteuren der Baubranche her, was auf Messen oder in breiter angelegten Programmen für Start-ups oft schwierig ist», erläutern Maria Vaccaro und Yann Thomas. Mit einem Innovationsscheck von Innosuisse und dem Preisgeld aus dem Venture Kick Award 2023 treibt Sol-Hair nun die Markteinführung seiner Lösung voran.
Beim Projekt VIRAS wiederum, das vom Innovation Booster Robotics unterstützt wurde, ging es um die soziale Wirkung. In enger Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband (sbv-fsa) hat das Institut Lab Automation and Mechatronics der Fachhochschule Ostschweiz (OST) einen autonomen Einkaufswagen für blinde und sehbehinderte Menschen entwickelt. «Der Innovation Booster hat uns dabei geholfen, unsere Idee zu verfeinern und mit anderen Partnern sowie Unternehmen in Kontakt zu kommen. Damit hat er eine entscheidende Rolle für den Erfolg des Projekts gespielt», betont Dario Schafroth von der OST.
Nach einem Mentoring und einem Innovationsscheck von Innosuisse wird der Prototyp des Einkaufswagens VIRAS derzeit in der Migros-Filiale Hinwil getestet. Geplant ist die Ausweitung des Nutzerkreises auf ältere Menschen.
Innovation durch Erforschung von Herausforderungen
Einer der wichtigsten Beiträge der Innovation Booster liegt in ihrem Fokus auf die Erforschung von Herausforderungen im Vorfeld des Innovationsprozesses. Darin liegt ein Alleinstellungsmerkmal des Instruments. Laut einer Umfrage im Rahmen der Wirkungsevaluation des Instruments gaben 81 % der Teilnehmenden an, dass sie durch diesen Schritt ein besseres Verständnis für die Herausforderungen bekommen haben. Die Methoden zur Analyse und Entwicklung von Lösungen wurden vielfach gelobt.
Mit Blick auf dieses Ergebnis will Innosuisse die Erforschung der Herausforderungen in der nächsten Version des Instruments weiter stärken und gleichzeitig die Zusammenarbeit und die nutzerzentrierte Innovation festigen.
Über das Mandat hinaus
Der Abschluss dieser fünf Innovation Booster markiert das Ende eines Zyklus, ebnet aber auch den Weg für neue Dynamiken. So betont Theo Sandu vom Innovation Booster Plastic for Zero Emission: «Unsere Hauptmotivation bei der Lancierung des Innovation Boosters war es, einen konkreten Beitrag zu den übergeordneten Klimazielen der Schweiz zu leisten. Deshalb wollen wir das Netzwerk auch nach dem Ende des Mandats aktiv weiterpflegen, auch wenn zukünftige Aktivitäten eine andere Form annehmen könnten. Die Beziehungen, die wir in diesen vier Jahren aufgebaut haben, sind viel zu wertvoll, um sie nicht weiter zu pflegen».
So hat Circular Building Industry eine Gemeinschaft für zirkuläres Bauen ins Leben gerufen, Digital Health Nation hat ein Format entwickelt, um seinen Stakeholdern auch künftig zu helfen, und Co-Designing Human Services sowie Robotics haben Verbände gegründet, um die Unterstützung ihrer Communities weiterzuführen.
Nächster Bewerbungsaufruf
Innosuisse wird auch künftig im Rahmen des Innovation Booster thematische Initiativen unterstützen, die Ko-Kreationen fördern und die Entstehung neuer Ideen zum Wohle der Schweizer Gesellschaft und Wirtschaft ermöglichen. Der nächste Bewerbungsaufruf für Innovation Booster erfolgt im Herbst 2026. Abonnieren Sie den Innosuisse-Newsletter und bleiben Sie auf dem Laufenden.