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Veröffentlicht am 28. Oktober 2025

Die Kreislaufwirtschaft im Dienste der Schweizer Maschinenbauindustrie

Angesichts knapper werdender Ressourcen und ökologischer Herausforderungen sucht die Schweizer Maschinenbauindustrie nach neuen Innovationsstrategien. Das von Innosuisse unterstützte internationale Projekt Eureka BePro-CEND setzt auf Datenerfassung und -analyse sowie auf die Kreislaufwirtschaft, um Unternehmen dabei zu helfen, ihre CO₂-Emissionen zu reduzieren, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern und nachhaltige Geschäftsmodelle zu schaffen

Die Maschinenbauindustrie in der Schweiz steht vor grossen Herausforderungen wie Ressourcenknappheit, steigender Umweltbelastung und starkem wirtschaftlichem Wettbewerb. Das von Innosuisse unterstützte internationale Projekt Eureka BePro-CEND hat zum Ziel, die Kreislaufwirtschaft in diesem Sektor mithilfe datengestützter Ansätze zu fördern. Hierzu arbeiten mehrere industrielle und akademische Partner aus der Schweiz und Deutschland gemeinsam an der Entwicklung einer innovativen Methode. Sie soll Unternehmen dabei unterstützen, digitale und zirkuläre Geschäftsmodelle zu entwerfen und anschliessend deren Tragfähigkeit mit fundierten Rentabilitätsanalysen sicherzustellen.

Auf ökologischer Ebene wollen die Partnerunternehmen die mit der Produktion und Nutzung von Maschinen verbundenen CO₂-Emissionen deutlich reduzieren. In wirtschaftlicher Hinsicht wollen die Schweizer Partner mit neuen innovativen zirkulären Dienstleistungen bedeutende Gewinne erzielen.

Das Kreislaufmodell als Innovationsquelle

In der verarbeitenden Industrie fehlt es heute immer noch an praktischen Werkzeugen und Methoden für die Entwicklung und Umsetzung zirkulärer Wirtschaftsmodelle. Laut Dr. Jochen Wulf, Dozent für Smart Services an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW, soll das Projekt BePro-CEND diese Lücke schliessen. «Unsere Forschung in den Bereichen Datenanalyse und künstliche Intelligenz soll es den Partnerunternehmen ermöglichen, Ausschuss in der Produktion zu reduzieren, die Lebensdauer ihrer Produkte zu verlängern und die Ressourceneffizienz zu steigern sowie gleichzeitig neue Einnahmequellen zu erschliessen und die Kosten zu senken.»

Derzeit werden verschiedene Workshops, Interviews und Prototypentests durchgeführt, um Informationen zu sammeln und Lösungen zu validieren. «Die ZHAW übernimmt die analytische Modellierung und Optimierung mit dem Ziel, datenbasierte Servicekonzepte zu erstellen, die auf die betriebliche Ausgangslage jedes Partners zugeschnitten sind», fügt Dr. Jürg Meierhofer, Dozent und Forscher an der ZHAW, hinzu.

Für Schweizer Unternehmerinnen und Unternehmer könnte diese neue Technologie ungeahnte Möglichkeiten eröffnen. «Als exportorientiertes KMU hoffen wir, unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit durch die Einführung einer in der Verpackungsindustrie einzigartigen Technologie zu stärken. Durch die Verschmelzung von adaptiver Werkzeugtechnologie und digitaler Intelligenz steigern wir nicht nur die Effizienz, sondern leiten  auch eine neue Ära für selbstoptimierende und nachhaltige Produktionssysteme ein, die uns mit Sicherheit dabei unterstützen werden, neue Märkte zu erschliessen.», meint Dalibor Schuman, Managing Director bei Berhalter Swiss Die-Cutting. Bei der Bühler Group wird die Integration von BePro-CEND helfen einen weiteren Schritt in der digitalen Transformation des Unternehmens zu machen. «In den Bereichen Ernährung und Mobilität generieren die Produzenten riesige Mengen an Maschinendaten, können diese aber noch nicht nutzen, um folgerichtige Entscheidungen zur Verbesserung der Verfügbarkeit, Qualität und Nachhaltigkeit zu treffen. Dieser neue Ansatz soll es uns ermöglichen, die Leistung unserer Anlagen zu optimieren und unseren Kunden zuverlässigere und nachhaltigere Lösungen anzubieten. Das wird unsere Position als Technologieführer auf dem Markt weiter stärken», fasst Patrik Meier, Global Director Product Development bei der Bühler Group, zusammen.

Der Mehrwert internationaler Zusammenarbeit

Dieses Projekt, das im Rahmen eines internationalen Eureka-Projekts durchgeführt wird, ist eine Zusammenarbeit zwischen mehreren Partnern aus der Schweiz und Deutschland. «Die deutschen Partner spielen eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der grundlegenden Werkzeuge und Konzepte des Projekts. Sie liefern Anwendungsfälle und Daten, die sehr hilfreich sind, um die Werkzeuge in verschiedenen industriellen Kontexten zu testen, zu verfeinern und zu verallgemeinern», erklärt Jochen Wulf. «Diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit steigert die potenzielle Wirkung um ein Vielfaches.»

Dank des Netzwerks Eureka können die Werkzeuge und Methoden gemeinsam entwickelt und Unternehmen in beiden Ländern und darüber hinaus zur Verfügung gestellt werden. «Für uns ist Eureka daher die ideale Plattform, um Zugang zum führenden europäischen Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk zu erhalten und so die Entwicklung bahnbrechender Lösungen zu beschleunigen, die wir alleine nur schwer hätten verwirklichen können», meint Dalibor Schuman.

Die Partner des Innovationsprojekts BePro-CEND

Schweiz: Substring AG, Bühler AG, SSM Schärer Schweizer Mettler AG, maxon international AG, Berhalter Swiss Die-Cutting AG, Universität St.Gallen und Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW.

Deutschland: Berger Holding GmbH & Co. KG, Concircle Consulting GmbH, Kopp Schleiftechnik GmbH, Lorenz Hoffmann GmbH, Oemeta Chemische Werke GmbHWolf Werkzeugtechnologie GmbH, und Technische Universität Darmstadt

Unterstützung durch Innosuisse